Farbenprächtiges russisches Finale - Simon Rattles Silvesterkonzert 2007

Mussorgsky/Ravels Bilder einer Ausstellung

Mussorgskys/Ravels Bilder einer Ausstellung, Borodins Sinfonie Nr.2 und die mitreißenden Polowetzer Tänze aus Borodins Oper Fürst Igor sind farbenprächtige Juwelen des Klassik-Repertoires…

Die Werke der russischen Romantik sind von ausdruckstarken Klanglandschaften, von ungezügelter Wildheit, von Leidenschaft, Bildhaftigkeit und großen Emotionen geprägt. Trotz der Verpflichtung gegenüber den Wurzeln russischer Volksmusik vereinen sie alle Register des klassischen Orchesters und besitzen in ihrer Ausstrahlung geradezu eine weltumspannende Wirkung. Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung, das wohl bekannteste Klanggemälde russischer Herkunft, wurde erst in einer Bearbeitung zum Welterfolg: Ursprünglich als Klavierwerk komponiert, verwandelte der französische Klangmagier Maurice Ravel den Zyklus in die Version, die wir heute kennen – und deren Popularität auch viele andere Musiker zu Arrangements gereizt hat, unter anderem die Rock-Band Emerson, Lake & Palmer. Anlass der Komposition war eine Gedächtnisausstellung für Mussorgskys 1873 verstorbenen Freund Viktor Hartmann. Die Aquarelle und Zeichnungen des Malers und Architekten inspirierten den Komponisten zu einem einzigartigen Stück Programmmusik: Da findet sich der groteske Zwerg „Gnomus“ neben der verwunschenen Ritterburg, der Tanz der frisch geschlüpften Küken steht neben der Schilderung des Markttreibens in Limoges, der schwere Ochsenkarren „Bydlo“ quält sich durch die Weite der russischen Landschaft, in der auch die Hütte der Hexe „Baba Yaga“ steht. Weiter geht es durch die Katakomben, und dazwischen schildert Mussorgsky immer wieder mit einer „Promenade“ den Weg des flanierenden Betrachters durch die verschiedenen Stationen dieser Ausstellung. Alexander Borodins Polowetzer Tänze entführen das Publikum in die Regionen, in denen Russland an Asien grenzt. Das großangelegte Ballett aus seiner Oper Fürst Igor hat unabhängig von dem Zusammenhang mit dem Bühnenwerk längst eine eigene Karriere auf den Konzertpodien der Welt vorzuweisen. Die großen, von slawischer Seele geprägten Melodien, die Orchesterfarben und die wilden, ekstatischen Rhythmen dieser Musik prägen auch Alexander Borodins zweite Sinfonie, in der Borodin Visionen von altslawischer Kriegs-szenen und Feste heraufbeschwört.

Modest Mussorgsky (orch. Maurice Ravel)
Bilder einer Ausstellung

Alexander Borodin
Sinfonie Nr.2 h-moll
Polowetzer Tänze aus Fürst Igor

Berliner Philharmoniker, Simon Rattle
Live-Mitschnitt vom 31.12.2007

Compact Disc, Katalog-Nr.: 5002732, VÖ: 07.01.2008

Mussorgsky/Ravels Bilder einer Ausstellung

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