Nussknacker de luxe

Das sagt die Presse:

Nussknacker_solo

Münster - Dass der Nussknacker so weltberühmt ist, liegt an der Suite. Tschaikowsky hat darin die schönsten Stücke seines Balletts für den Konzertgebrauch zusammengefasst - und wäre wohl nie auf den Gedanken gekommen, man könnte das ganze abendfüllende Werk im Symphoniekonzert spielen. Tatsächlich sind Ballette fast noch mehr als Opern auf die Bühne angewiesen; reine CD-Aufnahmen wirken oft seltsam leer.

Und nun kommt ausgerechnet der Tschaikowsky-Skeptiker Simon Rattle und tritt den Beweis an, dass sich der Nussknacker als zweistündige Riesensymphonie hören lässt. Eine ganz schön dicke Nuss - und zugleich ein Bilderbogen von märchenhafter Farbigkeit.

Wie schön, dass sich Rattle von Tschaikowskys Qualitäten als genialer Instrumentator hat überzeugen lassen - er kitzelt aus jedem Satz etwas Neues heraus. Vor allem aber weiß er die Spannung zu halten und zu steigern: Wer nach dem großen Blumenwalzer im zweiten Akt den CD-Player schon ausschalten möchte, wird vom gemächlichen Pas de deux mit sanfter Gewalt daran gehindert. Die Berliner Philharmoniker vermeiden mit ausgefeilter Dynamik und präzise justierten Melodiebögen sorgsam jeden Tanzmusik-Leerlauf.

Die prachtvolle Aufnahme kommt in einer dicken Deluxe-Kassette daher, die technisch versierten Musikfreunden einige Online-Extras verspricht.

» Peter Tschaikowsky: Der Nussknacker, Ballett op. 71. Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle. CD EMI.

"Westfälische Nachrichten", Lukas Speckmann, 2. Dezember 2010


9. December 2010

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